{"id":8712,"date":"2013-10-30T07:59:14","date_gmt":"2013-10-30T07:59:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bijus.eu\/?p=8712"},"modified":"2013-11-05T17:57:22","modified_gmt":"2013-11-05T17:57:22","slug":"das-neue-franzosische-embryoforschungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bijus.eu\/?p=8712","title":{"rendered":"Das neue franz\u00f6sische Embryoforschungsgesetz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der <i>Conseil Constitutionnel<\/i> (Verfassungsrat) hat\u00a0 in seiner Entscheidung des 1. August 2013 (<i>d\u00e9cision 2013-674 DC<\/i>) die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des neuen bioethischen Gesetzes (<i>loi n\u00b0 2013-715 des 6- August 2013<\/i>) \u00fcber Embryoforschung bejaht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Dieses Gesetz hebt einerseits das bis jetzt geltende Forschungsverbot auf und senkt andererseits die Anforderungen herab, welche an Forschungsprojekten hinsichtlich ihrer Zulassung zu stellen sind: die alleine Verfolgung eines medizinischen Zwecks gen\u00fcgt bereits, w\u00e4hrend solche Projekte nach dem ehemaligen Art. L. 2151-5 des <i>Code de la Sant\u00e9 Publique<\/i> (Gesetzbuch f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit) erst dann als zul\u00e4ssig anzusehen waren, wenn sie geeignet waren, wichtige therapeutische Fortschritte zu fordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Nach heftigen parlamentarischen Debatte wurde das Gesetz jedoch von beiden Kammern des Parlaments, dem <i>S\u00e9nat<\/i> sowie der <i>Assembl\u00e9e nationale<\/i>, angenommen, und anschlie\u00dfend dem <i>Conseil Constitutionnel<\/i> zum Zweck einer Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeitspr\u00fcfung vorgelegt. Diese wurde vom Conseil anhand des (Menschen)w\u00fcrdeprinzips (\u201e<i>principe de dignit\u00e9\u201c)<\/i> durchgef\u00fchrt, welches u.a. der Instrumentalisierung eines Menschen entgegensteht (nach dem Wortlaut der Pr\u00e4ambel zur Verfassung vom Jahre 1946, welcher das W\u00fcrdeprinzip entnommen wurde). Damit entsteht die Hauptschwierigkeit: auch wenn Embryos keine Personen im juristischen Sinne sind, sind sie als Menschen anzusehen. Der Conseil sieht aber in der Einschr\u00e4nkung, dass solche Forschungsprojekte \u00fcber Embryos nicht ohne Erlaubnis unternommen werden d\u00fcrfen, einen ausreichenden Schutz bzw. einen \u00e4hnlichen Schutz als unter der bisherigen Rechtslage: dies verbat grds. solche Projekte, und lie\u00df sie nur unter engeren Voraussetzungen zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Dabei ist zu erw\u00e4hnen, dass die <i>bis dato<\/i> geltenden Voraussetzungen, nur aus \u00fcberz\u00e4hligen Embryos mit der Einwilligung ihrer Z\u00fcchter (art. L. 2151-5, II <i>Code Sant\u00e9 Publique<\/i>), unter Erlaubnis der Agentur f\u00fcr Biomedizin (<i>Agence de la Biom\u00e9decine<\/i>, Art. L. 2151-5, III <i>Code de la Sant\u00e9 Publique<\/i>), an einem Projekt dessen wissenschaftliche Relevanz festgestellt wurde (art. L. 2151-5, I, 1\u00b0 <i>Code de la Sant\u00e9 publique<\/i>) zu arbeiten, Eingang in das neue Gesetz gefunden haben. Allein entf\u00e4llt die Voraussetzung der Eignung zur Forderung wichtiger therapeutischer Fortschritte, durch die oben erw\u00e4hnte Voraussetzung der Verfolgung eines medizinischen Zwecks verfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Prof. Bertrand Mathieu der Sorbonne-Universit\u00e9 Paris I hat die Entscheidung des Conseil Constitutionnel in einem Beitrag in der Zeitschrift La Semaine Juridique kommentiert (S. 904 in La Semaine juridique-Edition g\u00e9n\u00e9rale n\u00b0 36, 2 septembre 2013).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Prof.\u00a0 Jean-Ren\u00e9 Binet der Universit\u00e9 de Franche-Comt\u00e9 hat seinerseits das Gesetz selbst analysiert. (s. 905 in La Semaine Juridique-Edition g\u00e9n\u00e9rale n\u00b0 36, 2 septembre 2013).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Beide Beitr\u00e4ge sind allerdings nur auf franz\u00f6sische erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sind online zu finden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Gesetzestext: http:\/\/www.legifrance.gouv.fr\/affichTexte.do?cidTexte=JORFTEXT000027811435<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Entscheidung des Conseil Constitutionnel: http:\/\/www.conseil-constitutionnel.fr\/decision\/2013\/2013-674-dc\/decision-n-2013-674-dc-du-01-aout-2013.137980.html<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Kommentar des Conseil Constitutionnel zur eigenen Entscheidung: http:\/\/www.conseil-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Conseil Constitutionnel (Verfassungsrat) hat\u00a0 in seiner Entscheidung des 1. August 2013 (d\u00e9cision 2013-674 DC) die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des neuen bioethischen Gesetzes (loi n\u00b0 2013-715 des 6- August 2013) \u00fcber Embryoforschung bejaht. \u00a0Dieses Gesetz hebt einerseits das bis jetzt geltende Forschungsverbot auf und senkt andererseits die Anforderungen herab, welche an Forschungsprojekten hinsichtlich ihrer Zulassung zu stellen sind: die alleine Verfolgung eines medizinischen Zwecks gen\u00fcgt bereits, w\u00e4hrend solche Projekte nach dem ehemaligen Art. 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